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Was tun im Todesfall? Die Checkliste für Angehörige

Wenn Sie das hier lesen, ist gerade jemand gestorben, der Ihnen wichtig war. Fast nichts davon muss heute erledigt werden. Diese Seite sortiert, was wirklich eilt — und was Zeit hat.

Lesezeit etwa 8 Minuten · Alle Angaben ohne Gewähr, siehe Hinweis am Ende

Nur diese drei Dinge sind heute wichtig

  • Ein Arzt muss die Todesbescheinigung ausstellen — ohne sie geht nichts weiter.
  • Ist jemand unversorgt? Ein pflegebedürftiger Mensch, ein Kind, ein Haustier.
  • Ist die Wohnung sicher — Herd, Fenster, Heizung?

Alles Weitere auf dieser Seite hat mindestens bis morgen Zeit.

Der häufigste Fehler in den ersten Tagen ist nicht, etwas zu vergessen. Es ist, alles gleichzeitig erledigen zu wollen. Tatsächlich sind nur wenige Dinge wirklich eilig — der allergrößte Teil des Papierkrams kann warten, bis Sie wieder klar denken können. Und niemand wird Ihnen daraus einen Vorwurf machen.

1. Die ersten Stunden

Arzt verständigen

Bei einem Todesfall zuhause rufen Sie den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, bei ungeklärter Ursache die 112. Der Arzt stellt die Todesbescheinigung aus — sie ist die Grundlage für alles Weitere.

Im Pflegeheim oder Krankenhaus ist das Personal den Ablauf gewohnt und verständigt den Arzt selbst. Fragen Sie dort, bis wann das Zimmer geräumt sein muss; meist haben Sie mehr Zeit, als im ersten Moment gesagt wird.

Die engsten Angehörigen anrufen

Und dann eine Person bitten, die weiteren Anrufe zu übernehmen. Sie müssen die Nachricht nicht zwanzigmal selbst überbringen.

Wohnung, Wertsachen, Verderbliches

Herd, Fenster, Heizung, Wasser. Kühlschrank leeren. Bargeld und Schmuck an einen sicheren Ort — am besten zu zweit und mit einer kurzen Notiz, was Sie mitgenommen haben. Das schützt Sie später, falls in der Familie Fragen aufkommen.

Sie dürfen sich Zeit lassen

Ein Bestatter muss nicht innerhalb einer Stunde da sein, auch wenn manche das am Telefon so darstellen. Sie dürfen sich verabschieden, Sie dürfen warten, und Sie müssen kein Angebot sofort annehmen.

2. Die ersten Tage

  1. Bestattungsunternehmen aussuchen. Erst wenn die Todesbescheinigung vorliegt. Holen Sie ruhig zwei Angebote ein und lassen Sie sich die Preise schriftlich geben — die Unterschiede zwischen Anbietern sind erheblich, und eine halbe Stunde Vergleich spart erfahrungsgemäß mehrere hundert Euro.
  2. Nach dem letzten Willen suchen. Gibt es ein Testament, einen Bestattungsvorsorgevertrag, eine Sterbegeldversicherung oder aufgeschriebene Wünsche? Oft liegt so etwas im Schreibtisch, im Ordner „Wichtiges“ oder beim Notar.
  3. Unterlagen zusammenlegen. Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil, Todesbescheinigung. Das Bestattungsunternehmen braucht sie fürs Standesamt.
  4. Sterbeurkunden beantragen. Meist übernimmt das der Bestatter — siehe nächster Abschnitt.
  5. Arbeitgeber informieren. Wegen Lohnfortzahlung, Betriebsrente und Hinterbliebenenleistungen.
  6. Die Bestattung planen. Trauerfeier, Musik, Redner, Anzeige. Alles Weitere kann danach kommen.

Die Fristen für die Bestattung sind in Deutschland Ländersache und unterscheiden sich je nach Bundesland. Das Bestattungsunternehmen kennt die Regeln vor Ort und sagt Ihnen, wie viel Zeit Sie tatsächlich haben.

3. Die Sterbeurkunde — wie viele Sie brauchen

Fast jede Stelle will eine eigene beglaubigte Ausfertigung und gibt sie nicht zurück. Wer zu wenige bestellt, läuft ein zweites Mal zum Standesamt. Erfahrungsgemäß brauchen Sie fünf bis zehn Stück.

Zuständig ist das Standesamt des Sterbeorts — nicht des Wohnorts. Für Behörden und Versicherungen reicht außerdem oft eine einfache Kopie; fragen Sie nach, bevor Sie ein Original aus der Hand geben.

4. Fristen, deren Versäumnis Geld kostet

Das ist der einzige Abschnitt, bei dem Eile wirklich angebracht ist. Zwei dieser Fristen kosten bares Geld, wenn man sie verpasst.

FristWofürWas passiert, wenn Sie sie verpassen
6 Wochen Erbe ausschlagen beim Nachlassgericht (§ 1944 BGB). Die Frist beginnt, sobald Sie vom Erbfall und vom Grund Ihrer Erbenstellung wissen. Bei Auslandsbezug sechs Monate. Die Erbschaft gilt als angenommen — mit allen Schulden.
30 Tage Vorschuss auf das Sterbevierteljahr beim Renten Service der Deutschen Post (für Witwen und Witwer), mit Sterbeurkunde. Der Vorschuss entfällt; die Rente kommt erst nach regulärer Bearbeitung.
wenige Tage Lebens- und Unfallversicherungen melden. Manche Verträge haben sehr kurze Meldefristen. Im schlimmsten Fall Leistungskürzung. Deshalb diese Verträge zuerst melden.
12 Monate Hinterbliebenenrente beantragen. Sie wird nicht automatisch gezahlt. Danach gibt es die Rente in der Regel erst ab Antragstellung, nicht rückwirkend ab dem Todesmonat.
unverzüglich Testament abliefern. Wer ein Testament besitzt oder findet, muss es beim Nachlassgericht abgeben (§ 2259 BGB) — auch wenn er es für ungültig hält. Das Zurückhalten eines Testaments kann strafbar sein.

Praktischer Tipp: Rechnen Sie die beiden ersten Fristen einmal aus und schreiben Sie das Datum auf einen Zettel an den Kühlschrank. In den ersten Wochen vergisst man solche Dinge, und beide sind unwiederbringlich.

5. Wen Sie benachrichtigen müssen

In sinnvoller Reihenfolge — nicht alles auf einmal. Legen Sie eine Liste an und notieren Sie, wem Sie wann welche Unterlage geschickt haben. Nach dem fünften Brief verliert man sonst den Überblick, und genau dann fragt jemand nach.

6. Renten, Konten und Verträge

Rentenzahlungen sofort melden

Melden Sie den Todesfall zeitnah beim Renten Service der Deutschen Post und zusätzlich bei der Deutschen Rentenversicherung. Renten, die nach dem Sterbemonat noch überwiesen werden, fordert der Rentenversicherungsträger zurück — auch dann, wenn das Geld längst ausgegeben ist.

Das Girokonto nicht vorschnell auflösen

Miete, Strom und Versicherungen laufen oft noch monatelang darüber, und die Bestattungsrechnung wird häufig davon beglichen. Ein zu früh geschlossenes Konto verursacht erheblichen Aufwand.

Zugang zum Konto

Gibt es eine Vollmacht über den Tod hinaus, kommen Sie ohne Weiteres an das Konto. Fehlt sie, verlangt die Bank in der Regel einen Erbschein oder ein eröffnetes notarielles Testament — das dauert einige Wochen.

Verträge enden nicht automatisch

Manche haben ein Sonderkündigungsrecht, andere laufen bis zum regulären Ende weiter. Kündigen Sie schriftlich, legen Sie eine Kopie der Sterbeurkunde bei und notieren Sie das Datum.

Checkliste: Was tun im Todesfall

Diese Checkliste als PDF

Elf Seiten zum Ausdrucken und Abhaken, mit Feldern für Termine, Telefonate und erledigte Schritte. Kostenlos, ohne Anmeldung — und Sie dürfen sie frei weitergeben.

Kostenlos herunterladen

7. Und das alles hat Zeit

Diese Dinge tauchen in vielen Checklisten auf, als müssten sie sofort erledigt werden. Müssen sie nicht.

8. Wo Sie kostenlose Hilfe bekommen

Zum Schluss

Wer einen Todesfall einmal abgewickelt hat, weiß hinterher, wie viel davon aus Suchen besteht. Wo ist die Police? Gab es ein Testament? Welche Verträge laufen noch? Und fast alle denken irgendwann denselben Satz: Das will ich meinen Kindern ersparen.

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Wichtiger Hinweis: Dieser Text ist eine Orientierungshilfe und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Sozialberatung dar. Er ist keine Rechtsdienstleistung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Fristen und Zuständigkeiten können sich ändern und im Einzelfall abweichen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an das Nachlassgericht, eine Notarin oder einen Rechtsanwalt.